Entschließungsantrag der Mitgliederversammlung des Förderverein Naturpark "Baruther Urstromtal" e.V. am 19. März 2002 zu Windkraftanlagen im Bereich des Naturschutzgebietes Heidehof
Der Förderverein Naturpark "Baruther Urstromtal" e.V. als Akteur in Sachen Natur- und Landschaftsschutz im Bereich des geplanten Naturparks Baruther Urstromtal, hat die Errichtung von Windkraftanlagen (WKA) in den letzten Jahren aufmerksam verfolgt und kritisch begleitet. Eine Zwischenbilanz mit neuer Standortbestimmung ist nach mehrjähriger Bautätigkeit angebracht.
Hatten zunächst WKA noch eine Nabenhöhe von 40 bis 50 Metern, so sind heute WKA bis zu 120 Metern Höhe keine Seltenheit mehr. Zudem hat ihre Zahl in den letzten Jahren ganz erheblich zugenommen. Nach politischen Zielsetzungen soll die bisher installierte Leistung bereits bis zum Jahre 2005 verdreifacht werden. Damit besteht die ernsthafte Gefahr, dass die noch weitgehend naturgeprägte Landschaft im geplanten Naturpark "Baruther Urstromtal" ihren Charakter verliert, indem sie industriell überformt wird. Dies belastet auch die dort wohnenden Menschen.
Im Gegensatz zur Nutzung fossiler Energieträger stellt die Windenergie zwar eine unerschöpfliche Energiequelle dar, die außerdem weder Luftschadstoffe noch Abwärme produziert. Dennoch müssen auch bei dieser Energieerzeugung die Belange des Natur- und Landschaftsschutzes besonders berücksichtigt werden. Gerade dieser Aspekt spielt für den Landschaftsraum vor allem mit Blick auf den Tourismus, der von wesentlicher wirtschaftlicher Bedeutung ist, eine ganz entscheidende Rolle.
Die Mitgliederversammlung des Förderverein Naturpark "Baruther Urstromtal" e.V. ist daher der Auffassung, dass die Anzahl und Verteilung von WKA in der Region die zumutbare Obergrenze erreicht hat. Sie fordert deshalb die verantwortlichen Entscheidungsträger in den Kommunen und Kreisen sowie im Land auf, bei den Entscheidungen über WKA-Anträge besonders sensibel vorzugehen. Nicht die Aussicht auf die derzeit gesicherte Einspeisungsvergütung darf ausschlaggebend sein, vielmehr ist eine klar erkennbare Abwägung mit den berechtigten Forderungen des Natur- und Landschaftsschutzes unabdingbar. Insbesondere die im Bereich des Naturschutzgebietes Heidehof geplanten 25 Windkraftanlagen stellen einen massiven Eingriff in das Landschaftsbild dar. Das Gebiet grenzt unmittelbar an ein FFH-Gebiet (Flora, Fauna, Habitate) an. Zusätzlich beabsichtig nun auch der Landkreis Teltow-Fläming in Form seiner Struktur- und Wirtschaftsfördergesellschaft (SWFG) die Errichtung von 10 Windkraftanlagen südlich von Jänickendorf auf einer Fläche von 90 ha. Die Ausweisung immer neuer Ansiedlungsstandorte lehnt der Förderverein Naturpark "Baruther Urstromtal" e.V. ab. Auch touristische Projekte wie die Skaterbahn und die geplante Draisinenbahn verlieren durch die massive Beeinträchtigung des Landschaftsbildes an Anziehungskraft.
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