Nach der Standortentscheidung für BBI Schönefeld:

Förderverein Naturpark „Baruther Urstromtal“ e.V. fordert:

Kummersdorfer Heide und Breiter Steinbusch bei Sperenberg sollen Naturschutzgebiet werden!

17.März 2006

Nach der Standortentscheidung für Schönefeld fordert der Förderverein Naturpark „Baruther Urstromtal“ e. V., dass der ehemalige Flugplatz Sperenberg samt umliegendem 1.100 Hektar großen Gelände zügig als Naturschutzgebiet ausgewiesen wird. Die Naturausstattung um und mittlerweile auch auf dem ehemaligen Flughafen Sperenberg sei sehr wertvoll, Teilgebiete gehörten jetzt zu den wenigen natürlich gewachsenen Wäldern. Mittlerweile seien wesentliche Flächenanteile des Areals als FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der Europäischen Gemeinschaft) ausgewiesen. Somit sei das Gebiet auch nach nationalen Rechtsvorschriften so zu sichern, dass ein günstiger Erhaltungszustand gewahrt bzw. wiederhergestellt werden könne.

Gleichzeitig warnt der Förderverein Naturpark „Baruther Urstromtal“ e.V. vor einem Ausverkauf der wertvollen Naturschutzflächen bei Sperenberg und Kummersdorf-Gut durch die Landesregierung. Der Bund als bisheriger Eigentümer werde die Flächen, gemäß dem Konsens-Beschluss zum Bau des Flughafens BBI, nunmehr kostenlos an das Land Brandenburg übertragen.

Carsten Preuß, Vorsitzender Förderverein Naturpark „Baruther Urstromtal“ e.V., befürchtet, dass das Land Brandenburg die Flächen an den Höchstbietenden verkaufen wird. Dies praktizierte die Landesregierung bislang auch bei anderen Truppenübungsplätzen - unabhängig vom naturschutzfachlichen Wert. Jüngstes Beispiel sei der geplante Verkauf von etwa 2000 Hektar Naturschutzflächen in Jüterbog-Ost an einen privaten Interessenten durch die Brandenburgische Bodengesellschaft (BBG).

Der Förderverein Naturpark „Baruther Urstromtal“ e.V. fordert die Landesregierung auf, die wertvollen Naturschutzflächen an eine Naturschutzstiftung oder an einen anerkannten Naturschutzverband kostenlos zu übertragen.

Zum Hintergrund: Der Bund hat Brandenburg 1994 als einzigem Bundesland Truppenübungsplätze mit einer Fläche von rund 80.000 ha kostenlos, u.a. für Naturschutzzwecke, übertragen. Die Landesregierung versucht seitdem über die BBG, diese Flächen meistbietend zu veräußern. Auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) kritisierte jüngst die Landesregierung wegen des Verkaufs dieser Flächen an zumeist private Forstwirtschaftsbetriebe.